Musica Italiana
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Pop- und Rockmusik
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Nino De Angelo - Un momento italiano
Nino De Angelo - Un momento italiano
Eine nicht seltene Verwechslung ist die zwischen Nino D'Angelo und Nino De Angelo. Der erste ist war früher recht erfolgreich in Italien, für den anderen galt das gleiche in Deutschland. Aufgrund der italienischen Abstammung von Nino De Angelo ist selbst auf Nino-D'Angelo-CD-Covern von drittklassigen Plattenfirmen oder Asien-Imitationen häufig die Visage des Deutsch-Italieners abgebildet. Dieser hat aber bisher mit einer wenig beachteten Ausnahme vor vielen Jahren keine CD in Italienisch herausgebracht, dafür aber in deutschen sowie englischer Sprache von Pop über Schlager und Rock schon einiges ausprobiert. Sein Problem ist sein größter Erfolg: "Jenseits von Erden". Darauf wird De Angelo zumeist reduziert, der langfristige Durchbruch wurde oft prophezeit, doch nie vollzogen. Also ein ewiges Talent, quasi der Lars Ricken der Musikszene.
Auf seinem neuen Album hat er einmal eine Reihe von typischen Italo-Songs, die man Anfang der 80 Jahre in jeder Eisdiele rauf und runter gehört hat und die später von Howard Carpendale und Co. auf Deutsch gesungen wurden, neu interpretiert. Hinzu kommen ein etwas neueres Stück von Zucchero im Duette mit Juliette ("Ahum") sowie zwei seiner eigenen Titel in einer italienischen Version ("Jenseits von Eden" = "La valle del Eden", "Lass uns fliegen" = "Principessa del mio cuore").
Insgesamt gesehen die perfekte CD für ein paar nostaligsche italienische Momente an einem schwülen Sommerabend. Eine berechtigte Frage ist dabei sicherlich: Warum nicht die alten Originale herauskramen? Natürlich wäre auch das immer eine angemessene Alternative. Aber als Variation ist dieses Album hier durchaus geeignet. Mit seiner eindrucksvollen Stimme und den modernen Arrangements gibt er allen Titeln eine sympathische, persönliche Note. Bei einigen Titeln wie "Storie die tutti i giorni" von Riccardo Fogli oder "Tu sei l'unica donna per me" von Alan Sorrenti könnte man überlegen, ob es paar Beats weniger auch getan hätten. Aber das wirkt sich nicht unbedingt störend auf das Gesamtwerk aus.
Peinlich allerdings: Im Booklet wird der Interpret für sein im Herbst erscheinendes Buch. Das an sich ist ja absolut in Ordnung. Würde dort von Nino D'Angelo die Rede sein...
Nek - L’anno zero (The Best Of)
"Laura non c’è“. So lautet normalerweise die Antwort, wenn jemand gefragt wird, was einem denn im Zusammenhang mit dem Namen Nek einfalle. Sicher er hatte einige weitere kleine Hits hier in Deutschland wie vor allem „Se io non avessi te“ oder „se una regola c’è“. Aber das reichte nicht, um das Image der Eintagsfliege abzusteifen.
Zu unrecht. Denn Nek hat mehr drauf, wie die nun erschienene Best-Of-Zusammenstellung zeigt: Schöne Melodien in einer guten Mischung aus flotten Songs und Balladen. Eine CD, die man zu jeder Gelegenheit auflegen kann, ohne etwas falsch zu machen. Wer bisher nur „Laura non c’è“ und vielleicht noch die eine oder andere Nachfolgesingle von Nek kannte und diese Musik gerne mochte, dem bietet dieses Album eine gute Gelegenheit, das gesamte Schaffen von Nek einmal kennen zu lernen. Gerade die älteren Lieder machen Lust, dann möglicherweise auch einmal ein ganzes Album des 31-Jährigen auszuprobieren.
Drei seiner älteren Hits aus der Zeit vor seinem Durchbruch in Deutschland hat er dabei – wie es derzeit auch hierzulande „in“ ist – neu aufgenommen. Das ist ihm durchaus gelungen, „Cuori in tempesta“ z.B. ist das vielleicht schönste Stück auf der CD. Ehrlich gesagt ist der Unterschied zu den Originalen aber auch nicht so bedeutend. Ach ja, und zwei ganz neue Titel sind auch noch drauf.
Ob Nek mit
dieser Best-Of allerdings in Deutschland nun der ganz große Wurf gelingen wird,
mag bezweifelt werden. Musiker, die nicht deutsch oder englisch singen, haben es
hierzulande ja nicht so einfach. Sie werden in der Regel kurz hochgepusht und
versinken dann ziemlich schnell in der Versenkung. Um sich auf Dauer oben zu
halten, muss ein Italiener - so wie es aussieht - wohl leider mehr drauf haben
als nette Popmusik. Das ist zwar mehr als das meiste, was einem in der deutschen
Radiolandschaft aktuell begegnet. Aber es ist halt nicht besonders und
einzigartig genug, um dort heraus zu ragen und sich zu profilieren. Was das ist,
ist schwer zu sagen, wird aber vielleicht im Vergleich mit dem ein paar Monate
vorher erschienenen neuen Album von Eros Ramazzotti deutlich: Er hat halt dieses
Besondere, gewisse Etwas, das Nek einfach fehlt.
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Eigentlich kann man es kurz machen bei einer Kritik zu einer Eros-CD: Wie immer gut gelungen, Hut ab, weiter so. Dieses Album macht wieder deutlich, dass es kein Zufall ist, dass gerade er ist war, der den als Italiener den Durchbruch außerhalb seines Landes geschafft hat. Es ist schwer zu sagen, was den Unterschied macht. Aber Eros hat eben seinen ganz eigenen Stil, seine einzigartige Stimme und ein halt dieses unbeschreibliche Gefühl für tolle Melodien.
Besonders stark wie immer die Balladen (vor allem „Piccola pietra“). Aber es ist schwer einzelne Stücke herauszupicken, denn auch die schnellen Stücke überzeugen. Daher ist es auch schwierig abzuschätzen, welches die zweite Singleauskopplung nach „Un emozione per sempre“ sein wird. Wahrscheinlich wird es „Un attimo di pace“ sein, aber im Grunde ist jedes Lied tauglich.
Wer sich dieses Album nicht zulegen möchte, wird wahrscheinlich dennoch nicht
drum herum kommen, es zu hören. Die Eisdielen und italienischen Restaurants
werden es in diesem Sommer wahrscheinlich wieder in der Dauerschleife haben.
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Massimo Di Cataldo - Veramente
Enrico Ruggeri - Le vie en rouge
Massimo Di Cataldo - Veramente
Enrico Ruggeri - Le vie en rouge
"Le vie en rouge" ist ein Live-Album, aber ganz anders als ein typisches
Live-Pop-Album. Es fehlt das Verschwitzte, das Außer-Atem-Sein - im Grunde die
Live-Stimmung, die sonst immer krampfhaft versucht wird rüberzubringen, aber
ohnehin nur von denjenigen nachempfunden werden kann, die den Künstler selbst
einmal live erlebt haben. So dominieren hier nicht E-Gitarren und Schlagzeug,
sondern Geigen, Trompeten, Klavier und akustische Gitarren.Besser vergleichbar
ist dieses Album wohl mit den von vielen internationalen Künstlern
mittlerweile veröffentlichten Unplugged-Sessions. Enrico Ruggeri nämlich hatte
alle Titel mit einem Orchester vor Sitzplatz-Publikum aufgenommen. Ich habe
eine ganze Weile überlegt, aber mir ist kein zeitgenössischer Musiker
eingefallen, zu dem diese Art der Vertonung besser passt als zu diesem
Bombast-Rocker.
Aus allen Phasen seines Schaffens hat der Mailänder Titel neu eingespielt,
dazu fünf ganz neue Lieder. Das immer wieder Faszinierende an Enrico Ruggeri
ist seine Vielseitigkeit, bei der er nie seine Unverwechselbarkeit verliert.
So schöpft er alle Möglichkeiten, die das Orchester bietet aus, und bleibt
sich dabei doch immer irgendwie treu. Langsame Stücke, die hier zum Teil noch
gefühlvoller daher kommen als im Original (genial: "Rien ne va plus", "Prima
del temporale"), oder eine mit einem bluesigen Touch eine Piano-Bar-Atmosphäre
vermitteln ("Il portiere di notte", "Mata che parla con dio"). Noch stärker
als sonst setzt der 45-Jährige auf in der Pop-Musik eher seltene Tango-,
Swing- und Polka-Elemente, wie auch bei zwei neuen Titel "Primavera a
Sarajevo" und "I naviganti". Manchmal - wie vor allem bei "Nuovo Swing" -
fühlt man sich sogar an Paolo Conte erinnert.
Bei dem wohl größten Hit "Mistero" kommt dann doch noch einmal "richtige" Live-Atmosphäre" auf. Bereits vom ersten Ton an hört man lauthals Mitsinger im Hintergrund, bei denen man zunächst nicht weiß, ob es die Zuschauer sind oder ein Chor. Die Gleichmäßigkeit und das Auftauchen eines Chors an anderer Stelle, lässt dann doch auch professionelle Stimmen schließen. Ein weiterer großer Erfolg "Polvere" wird von einem rockigen Titel in eine geigenlastige Ballade verwandelt.
Die wahrscheinlichste Reaktion nach dem Hören dieses
Albums wird sein: Schade, dass ich bei der Aufnahme nicht dabei war. Diese Doppel-CD ist wirklich
vom ersten bis zum 26. Lied absolut fantastisch.
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2001
Daniele Groff - Bit
Marco Masini - Uscita di sicurezza
Daniele Groff - Bit
Nach einem erfolgreichen Debüt-Album erkennen viele Musiker, dass
sich der Erfolg nicht so einfach wiederholen lässt. Diese Erfahung
musste auch Daniele Groff machen. Nach "Variatio 22" 1998/99 kann "Bit"
zwar nicht als Flop bezeichnet werden, das Album kam aber deutlich schlechter
aus den Starlöchern als sein Vorgänger.
Dies liegt vielleicht daran, dass sich beide Werke doch deutlich voneinander
unterscheiden. Nicht, dass Groff den Stil grundsätzlich gewechselt
hätte. Jeder der Titel von "Bit" hätte perfekt auf "Variatio
22" gepasst. Der Unterschied liegt im Gesamteindruck. Das neue Album ist
insgesamt erstaunlich ruhig, kaum mehr sind rockige e-Gitarren zu herauszuhören,
die vor zwei Jahren noch sehr präsent waren. Es scheint, als wolle
sich Groff von seinem Image als (Br)it-Poper distanzieren, das ihm nach
seinem ersten Hit "Daisy" den Beinamen Daniele "Oasis" Groff bescherte.
Lediglich bei "Anna Julia" versucht er gar nicht erst, seine Wurzeln zu
verleugnen.
Wenngleich dieser Titel sicherlich eines der Highlights des Albums
ist, sind auch die Balladen sehr hörenswert. Denn auch in einem anderen
Punkt lehnt er sich weiterhin an seinen britischen Vorbildern an: Jedes
Lied braucht eine schöne, harmonische Melodie. Beim ersten Hören
klingt vielleicht jedes Lied gleich. Aber wer sich davon nicht beirren
lässt, wird schon beim zweiten Hören interessante Nuancen erkennen.
Die Kandidaten für nächste Singleauskopplungen sind allerding
deutlich herauszuhören. Neben "Anna Julia" ist dies in erster Linie
der Opener "Lory" sowie die ebenfalls sehr einprägsamen "Ti voglio
bene" und "Mondo".
Ein weiterer Grund für das zurückhaltende Käuferinteresse
an "Bit" dürfte die Wahl der ersten Singleauskopplug "If you don't
like it" sein (hier ist nur die Titelzeile englisch; Groffs Faible für
das zwischenzeitliche Wechseln ins Englishe war schon beim letzten Albm
zu erkennen). Dieser Titel ist als Werbung für das Album ungeeignet,
da er relativ unmelodisch, ein wenig schräg und damit völlig
untypisch für das ist, was den Hörer bei den anderen elf Titeln
erwartet.
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Marco Masini - Uscita di sicurezza
"Willst du sterben?" Diese Reaktion erhält man von Italienern,
wenn man sagt, dass man gerne Marco Masini hört. Denn keiner versteht
es so gut wie Masini, Melancholie und Verzweiflung musikalisch so perfekt
umzusetzen. Ein Grund ist sicher seine stets leidend klingende Stimme,
die man entweder mag oder unausstehlich findet. Aber auch die Texte und
Melodien sprechen diese Sprache.
Und nachdem sich Marco Masini mit seinem Album "Scimmie"
(1998) ein wenig von diesem Image verabschiedet hatte, ist er mit der Zwischenstufe
"Raccontami di te" (2000) inzwischen schon wieder fast der Alte. Nur fast,
denn an seine Alben von Anfang bis Mitte der 90er Jahre reicht dieses Werk
nicht hinan. Nach wie vor versteht es Masini zwar sehr gut, seine getragenen
Lieder mal rockiger, mal ruhiger umzusetzen. Im Gesamten ist diese neue
Platte jedoch nicht so "rund", unter den 14 Titeln sind auch einige Schwachpunkte
zu finden.
Dennoch ist dieses Album absolut empfehlenswert. Ob nun mit Schmerz
und Power vorgetragene Balladen wie "Ci vediamo" und die erste Single-Auskopplung
"Lasciaminonmilasciare" oder das an "Volersi male" erinnernde Rock-Stück
"Errori" - spätestens beim zweiten Hören wird der Masini-Sympathisant
(und nur der, siehe oben) diese Titel mögen. Denjenigen, die Masini
nicht kennen, genügt vielleicht ein Hinweis darauf, dass sich auf
"Uscita di sicurezza" ("Notausgang") mit "E chi se ne frega" eine Coverversion
von Metallicas 1991er-Hit "Nothing Else Matters" befindet und dieser Titel
zu keinem besser passen könnte als zu dem 36-Jährigen Fiorentiner.
Darüber hinaus sollte ein anderer Aspekt dieses Albums nicht unterschlagen
werden. Es ist ein Album zum Zuhören. Die Texte handeln von Liebe,
Schule, Solidarität und anderem. Erneut zeigt Marco Masini soziales
Engagement und übernimmt einmal mehr die Rolle als Sprachrohr der
Benachteiligten dieser Welt. Besonders klar wird dies in "Figlio della
polvere", einem Lied gewidmet der Übernahme von Patenschaften von
Kindern in der dritten Welt. Er fördert damit die Vereinung UPSA (Un
ponte di amicizia e solidarità - Eine Brücke der Freundschaft
und Solidarität).
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Eros Ramazzotti - Stile libero
Laura Pausini - Tra te e il mare
Gianluca Grignani - Sdraiato su una nuvola
Eros Ramazzotti - Stile libero
Um Eros Ramazzotti ist es nicht ruhig gewesen in den letzten Jahren.
Im Gegenteil: Man hat viel von ihm gehört. Dennoch handelt es sich
bei "Stile libero" um das erste reguläre Album seit vier Jahren ("Dove
c'è musica"). Dazwischen gab es jedoch ein Best Of- und ein Live-Album
mit einigen neuen Songs.
Und natürlich werden die Freunde von Ramazzottis Musik nicht enttäuscht.
Das neue Album bietet sogar mehr als Altbewährtes in neuem Gewand.
Eros nimmt den Titel "Stilelibero" ("Freistil") durchaus ernst. Nicht,
dass er seinen Stil geändert hätte. Das Gerüst stellen weiterhin
typische Balladen (grandios: "E ancor mi chiedo") und flotte Lieder im
Stile von "Più bella cosa", wie hier die erste Single-Auskopplung
"Fuoco nel fuoco" und "ramazzottigste" Stück "Il mio amore per te".
Doch insgesamt ist das Album sehr abwechslungsreich. Es wird zwischendurch
immer wieder deutlich, dass Eros auch versucht, neue Elemente einzubauen.
So überrascht bereits der erste Song (L'ombra del gigante") durch
computerlastigen Disco-Sound; in "Improvvisa luce ad est" integriert der
Italiener Soul-Elemente; und "Per me per sempre" ist eine getragene Ballade
unterstützt durch ein Orchester.
Natürlich darf auch das inzwischen schon obligatorische Duett
nicht fehlen. Diesmal hat er sich für die wunderschöne Ballade
"Più che puoi" Cher an die Seite geholt. Jede Wette, dass das die
nächste Single wird.
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Laura Pausini - Tra te e il mare
Bei der Beschreibung zum letzten Album habe
ich mir die "alte" Laura zurückgewünscht. Hier wird gleich nach
dem ersten Titel wird klar: Da ist sie wieder die "alte" Laura. Die
rhythmischen Aspekte sind wieder deutlich in den Hintergrund getreten,
der erste soulig angehauchte Titel ist die Nr. 11. An sonsten setzt Laura
Pausini auf altbewährtes: melodische Popsongs, größtenteil
typische Balladen im Stile von "La solitudine" oder "Incancellabile" oder
"Non c'è".
Ketzerisch könnte man sagen, sie hat sich nicht weiter, sondern
sogar zurück entwickelt. Ich sehe es genau umgekehrt: Laura Pausini
steht für diesen Stil und entwickelt immer wieder neue, hörenswerte
Variationen. Der Erfolg hat ihr bisher Recht gegeben und dies wird sich
auch bei "Tra te e il mare" nicht ändern. Die gleichnamige Single
- geschrieben übrigens von Biagio Antonacci - läuft sehr gut
in Italien und wenn nicht alles täuscht, erwartet uns im Winter die
an "In assenza di te" erinnernde grandiose Ballade "Viaggio con te" als
Singleauskopplung.
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Gianluca Grignani - Sdraiato su una nuvola
1995 war, als Gianluca Grignani erstmals auf sich aufmerksam machte.
Sein Debütalbum "Destinazione paradiso" überzeugte gleichermaßen
Kritiker und Publikum. Ausdrucksstarke, getragene Songs wie "Falco a metà"
oder "Ci vuoi trovare con me", um nur zwei Beispiele zu nennen wurden zu
seinem Markenzeichen. Aber Grignani hatte Angst, in dieser Schublade zu
verschwinden und experimentierte auf den nächsten beiden Alben ein
wenig mit härteren Klängen.
Davon hat er jetzt offensichtlich genug und meldet sich rechtzeitig,
um nicht in der Versenkung zu verschwinden, in seiner alten Schublade zurück.
Mehr noch - auf diesen Album ist dieser Stil nicht nur vor-, sondern allerinherrschend.
Auf einen rockigen Song wartet man vergebens. Selbst die beiden etwas schnelleren
"La libertà" und "Una corsa strano" sind in dem oben beschriebenen
getragegen Stil, der immer ein wenig an die Balladen von Brit-Pop-Bands
erinnert.
Im Grunde kann man Gianluca Grignani zu diesem Album aber nur gratulieren.
Er weiß, wo seine Stärken liegen und spielt diese in zum Teil
sehr hörenswerten Liedern gekonnt aus, wenngleich er die Klasse von
"Destinazione paradiso" nicht erreicht. Er geht mit diesem Album aber auch
ein hohes Risiko ein: Viele Hörer werden nach den ersten Stücken
abwenden - einfach aus Langeweile. Aber was ich schon in der Kritik zu
"La
fabbrica di plastica" geschrieben habe, gilt (wie immer bei Gianluca
Grignani) auch hier: Erst nach häufigerem Hören erkennt man die
Qualität.
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Nek - La vita è
Diese CD-Rezension könnte eigentlich ganz kurz ausfallen: Nek
ist nach wie vor Nek.
Der typische Nek-Stil hat sich nicht verändert. Dieser Stil lässt
auch gar nicht so genau beschreiben. Vielleicht ist das auch gar nicht
nötig, denn mittlerweile hat sich Nek etwas erarbeitet, was zwar nichts
über Qualität aussagt, aber dennoch sehr viel Wert ist: Man erkennt
ihn sofort. Der eingefleischte Nek-Fan braucht also gar nicht weiter zu
lesen. Er weiß, dass ihm dieses Album gefallen wird.
Wie immer ist auch auf diesem Album eine klare Trennlinie zwischen
zwei unterschiedliche Arten von Nek-Titeln zu erkennen: einige schmachtvolle
Balladen ("Missile speciale" oder "Il nostro giorno in più") und
- sozusagen Neks Steckenpferd - fröhliche Titel in flottem Pop-Tempo
(hier idealtypisch repräsentiert durch "La vita è", "Ci sei
tu" oder "Credo"). Auch wenn das alles ganz nett anzuhören ist, vermisst
man einen Knüller in der Güte von "Laura non c'è". Nek
wird damit leben müssen, immer an diesem Titel gemessen zu werden,
was er zwar unverkennbar versucht, aber leider nicht schafft.
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Fabrizio Moro - Fabrizio Moro
Wer Fabrizio Moros musikalisches Vorbild ist, wird sofort nach den
ersten Tönen seines ersten Albums deutlich. Wem die Veröffentlichungsperiode
von Gianluca Grignanis Liedern nicht reicht, sollte sich diese CD in jedem
Fall zulegen.
Schade, dass es sowohl im Februar in Sanremo, als er den Titel "Un
giorno senza fine" ins Rennen schickte, als auch mit diesem Album nicht
einmal zum Durchbruch in Italien nicht gereicht hat. Denn es ist nicht
einmal eine schlechte Kopie. Zwar ist die Stimme nicht ganz so ausdrucksstark,
aber musikalisch kann Fabrizio Moro gewiss mit seinem Idol mithalten. Seine
Lieder wirken ebenso getragen in einer Mischung aus Kühlheit und Melancholie.
Er ist dabei sogar noch ein wenig vielfältiger: langsame Stücke
halten sich mit schnellen, energiegeladenen in etwa die Waage.
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Umberto Tozzi - Bagaglio a mano
Enrico Ruggeri - L'isola dei tesori
Ligabue - Miss Mondo
Es ist gar nicht so einfach, eine ausführliche Beurteilung zu
diesem Album zu schreiben. Man kann kaum einzelne Titel hervorheben. Denn
im Gegensatz zu dem letzten Studio-Album "Buon compleanno Elvis" gibt es
keine richtigen "Kracher". Es macht sich das Gefühl breit, als hätte
man alles schon einmal gehört.
Aber sollte man das kritisieren? Ligabue wollen nicht die Musik oder
sich selbst neu erfinden. Sie machen glatten Rock - und das sehr erfolgreich.
In Italien sind sie die Nummer eins der einheimischen Musiker, haben häufig
im Gegensatz zu anderen Künstlern sogar mit ihren Singles Verkaufserfolge.
Das Album ist auch recht schön anzuhören. Rock zwar, aber
immer melodisch und nicht zu hart. Dazu drei nette Balladen. Danach verschwindet
die CD im Regal und wird vielleicht irgendwann mal wieder aufgelegt. Damit
ist alles gesagt.
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Pippo Pollina - Rossocuore
Vor vielen Jahren zog Pippo Pollina aus Resignation vor der Mafia-Realität
von Sizilien in die Schweiz. Nun macht er zwar Musik mit italienischen
Texten, ist aber in seinem Heimatland so gut wie nicht bekannt. Das wird
sich hoffentlich mit dem neuen Album ändern, für das er extra
Nada und Franco Battiato als Duettpartner engagiert hat. Und es scheint
zu funktionieren: Mit der Singleauskopplung "Finnegan's Wake" (zusammen
mit Franco Battiato) hat er es erstmals in die Airplaylisten italienischer
Radiosender geschafft.
Im deutschsprachigen Raum wird diese CD mit Übersetzungen im Booklet
vertrieben. Das ist eine große Hilfe, weil Pollinas feinsinnigen,
oft philosophischen Texte wirklich etwas ausdrücken. Die Titel heißen
übersetzt z.B. "Die Blumen des Bösen", "Bevor sie euch
umbringen", "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit", "Der schattige Kern
meiner Worte", "Brief eines zum Tode Verurteilten". Aber auch wenn man
die Texte nicht versteht, kommt beim Hören viel rüber. Man saugt
den Text sozusagen mit der Musik auf, Text und Musik harmonieren hier perfekt.
Meistens nachdenklich und traurig, dann aber auch wieder fröhlich
oder hoffnungsvoll. Ob rockig oder ruhig, in jedem Fall aber melodisch
und einfach schön. Ein Album perfekt geeignet zum Genießen in
aller Ruhe.
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Umberto Tozzi - Bagaglio a mano
Neben zwei neuen Titeln sind auf dem Album "Bagaglio a mano (Handgepäck)"
13 neue Versionen alter Hits zu finden. Verändert hat Tozzi die Titel
allerdings meist nur geringfügig. Bei "Io muoio di te" fragt man sich
z.B. immer, wo denn der Unterschied zum Original liegt. Anders ist etwa
bei vielen computertechnisch der heutigen Zeit angepassten Klassikern wie
"Ti amo" und "Gente di mare" und dem mitreißend discomäßig
aufgeppten "Tu", was inzwischen auch als Single ausgekoppelt wurde. Aber
keine Angst: es handelt sich dabei nicht um krampfhaft auf Dancefloor gestimmte,
sondern lediglich um leicht abgewandelte Versionen.
Andere Hits wie "Gloria" oder das im Original als Trio mit Gianni Morandi
und Enrico Ruggeri gesungene "Si può dare di più" erhalten
eine Orchesterunterstützung. Die erste Singleauskopplung, der komplett
neue Song "Conchiglia di diamante", knüpft voll und ganz an den in
den letzten Jahren typischen Tozzi-Sound im Stile von "Io muio di te" und
"Aria e cielo" an.
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Daniele Groff - Variatio 22
Daniele "Oasis" Groff wird der Musiker dieses Albums in Italien genannt.
Damit dürfte klar sein, wie die Titel auf "Variatio 22" in etwa klingen.
Und sicher: die Ähnlichkeit ist von ersten Ton an unverkennbar. Aber
man tut Daniele Groff unrecht, wenn man ihn nur als billigen (Br)it-Pop-Abklatsch
bezeichnet. Sein Debüt-Album ist ein Meisterwerk melodischer Gitarren-Musik.
Und warum müssen derartige Sounds denn zwangsläufig aus Großbritannien
kommen. Zwar ist der schönste Titel "Green in the Park" in englisch
gesungen und auch zwei andere Lieder haben einen englischen Refrain, aber
dennoch kann man von einer gelungenen "Übertragung" ins Italienische
sprechen. "Variatio 22" enthält eine Reihe von Titeln, bei denen man
nach dem ersten Hören ausrufen möchte: "Wow - ist das schön!"
und die oft lange nach dem Hören noch im Ohr hängen bleiben.
Ursprünglich ist diese CD bereits 1998 erschienen. 1999 ist sie
nun erneut veröffentlicht worden mit dem diesjährigen Sanremo-Titel
"Adesso" und einem weiteren Bonus-Track.
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Enrico Ruggeri - L'isola dei tesori
Nach vielen Jahren als Songwriter für andere Interpreten und für
sich selber hat Enrico Ruggeri die zwölf seiner Ansicht nach schönsten
von ihm geschriebenen Lieder neu eingespielt und zusammen mit zwei unveröffentlichten
Titeln auf eine CD gepresst. So singt er darauf beispielsweise erstmals
den Hit von Fiorella Mannoia "I dubbi dell'amore" oder "Padre nostro" von
O.R.O. Für andere Songs wiederum hat er sich Duettpartnern zur
Seite gestellt, wie etwa Elio von der Gruppe "Elio e le storie tese" bei
"Il vitell dai piedi di balsa".
Insgesamt gesehen ist "L'isola dei tesori" meiner Ansicht nach nicht
ganz so eindrucksvoll wie der Vorgänger "Domani
è un altro giorno". Aber wieder einmal schafft Ruggeri es ausgezeichnet,
ein abwechslungsreiches Album mit Elementen aus verschiedenen Musikrichtungen
wie z.B. Pop, Rock, Punk, Ska und Rock'n'Roll hinzulegen, ohne dabei seinen
typischen Stil zu verlieren. Typischen Stil? Den typischen Ruggeri-Sound
gibt es nicht, werden langjährige Fans jetzt sagen. Das ist eindeutig
richtig, denn gefühlvolle Balladen gehören ebenso zu seinem Reperoire
wie kräftige Rocksongs und anderen (siehe oben). Es ist die Unverkennbarkeit
der ausdruckstarken Stimme und das Gefühl für die unnachahmlich
(oft bombastische) Interpretation eingängiger Melodien. Aus diesem
Grund ist Enrico Ruggeri einer der beliebtesten italienischen Musiker.
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Massimo Di Cataldo - Dieci
Dieici - zehn heißt dieses Album, weil 10 Lieder darauf enthalten
sind. Nicht gerade ein einfallsreicher Titel. Auch diese zehn Titel glänzen
nicht gerade durch Einfallsreichtum. Ein Texte mit viel Amore, ein paar
Melodien aus den bisherigen drei Alben zusammenstellen und schon ist alles
fertig. Aber eigentlich spricht nichts gegen diese Masche: Massimo Di Cataldo
macht weiterhin gefühlvolle italienische Pop-Musik ohne viele Ecken
und Kanten, und das ist gut so. Es kann praktisch nicht vorkommen, daß
man als Fan enttäuscht wird; von vorne bis hinten läßt
sich diese CD durchhören ohne irgendwelche Aussetzer - einfach 43:28
Minuten schöne Musik mit einer wunderbaren Stimme (siehe CD-Tip
"Anime"). Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Insgesamt gesehen setzt Massimo Di Cataldo mit diesem Album die Tendenz
fort, auf Kosten der Balladen mehr auf schwungvolle Lieder zu setzen. So
finden sich außer dem in Sanremo (unverdienterweise) gefloppten "Come
sei bella" mit "Pensa ancora a me" und "Ragazza" nur noch zwei typische
Di-Cataldo-Schnulze auf "Dieci". Aber wenn er weiter Titel wie das fröhlich-melancholische
"Eva" (über seine Jugendliebe) schreibt, ist ihm auch das verziehen.
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Andrea Bocelli - Sogno
Keiner verbindet so erfolgreich Klassik und Pop wie Andrea Bocelli.
Mal mehr Pop, mal mehr Klassik. Das neue Werk ist wieder ein Pop-Album.
Was nicht heißt, daß hier keine klassischen Elemente zu finden
sind. Selbstverständlich wartet man auch auf dieser CD vergeblich
nach Computer- oder Gitarrenklängen. Andrea Bocelli bleibt seinem
Stil treu. In einem Satz könnte man sagen: Schöne, teilweise
bombastisch angelegte Pop-Melodien mit Orchestersoundsound und Tenorstimme.
Keine Frage: Wer derartige Musik bisher nicht mochte, wird auch bei
"Sogno" abwertend mit dem Kopf schütteln. Aber wer einmal ein bißchen
Abwechslung in seinen Plattenschrank bringen möchte und wer gerne
außergewöhnlich gute Stimmen mag, sollte sich dieses Album anschaffen.
Ideal als Hintergrundmusik für die italienische Stimmung bei einem
guten Essen und/oder einem Glas Wein.
Ein richtiges Meisterwerk ist übrigens die Singleauskopplung "Canto
della terra". Zudem hat Bocelli sich für vier der vierzehn Titel hochkarätige
Duett-Partner zur Seite geholt: Dulce Pontes bei "'O mare e tu" und Celine
Dion bei dem für den Oscar nominierten "The Prayer" und besonders
überzeugend Eros Ramazzotti bei "Nel cuore lei". Wie schon beim ersten
Duett der beiden ("Musica è) auf dem Ramazzotti-Album "Eros", zeigen
sie auch hier wieder, welch tolle Kombination sich da gefunden hat.
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Laura Pausini - La mia risposta
Biagio Antonacci - Mi fai stare bene
Laura Pausini - La mia risposta
"Aus der ProSieben Werbung" steht auf dem Aufkleber auf dieser CD.
Laura Pausini versucht nun also nach einigen Airplay-Achtungserfolgen verstärkt
in Deutschland Fuß zu fassen. Vielleicht gelingt ihr das sogar, gilt
sie doch als italienische Celine Dion. Um diesen Vergleich zu verdeutlichen,
genügt es, sich das in englisch gesungene Stück dieses Albums
"Looking For An Angel" anzuhören.
Aber einfach nur schöne Balladen zu präsentieren, war ihr
wohl zu langweilig. So setzt sie nun verstärkt auf einen Sound, den
man wohl "soften Soul-Pop" nennen kann. Melodie, Tonlage, Tempo - alles
wie immer; nur sind jetzt fast alle Titeln mit einem Rhythmus unterlegt,
wie er auch bei der ersten Single-Auskopplung "Un'emergenza d'amore" zu
erkennen ist. Mich persönlich stört das eher, denn ich konnte
mit der "alten" Laura mehr anfangen. Aber das ist wohl Sache des
individuellen Geschmacks. Und auch auf diesem Album gibt es einige typische
Laura-Pausini-Balladen. Wer also in die CD reinhört, sollte unbedingt
bis zu den Titeln "Anna dimmi si", "In assenza di te" und "Buona verità"
kommen - dafür lohnt es sich auf jeden Fall.
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Marco Masini - Scimmie
Während auf Masini-Alben sonst hauptsächlich Balladen und
nur vereinzelt rockige Stücke zu finden waren, hat sich das Verhältnis
bei "Scimmie" umgedreht. Es scheint, als lege Marco Masini besonderen Wert
darauf, daß seine Titel nicht mehr als Proto-Typen radiotauglicher
Schmalz-Balladen gesehen werden. Denn auch die langsameren Lieder (z.B.
das grandiose "Ali di cera") passen diesmal so gar nicht in diese Kategorie.
Hinzu kommt der provokante, ziemlich vulgäre Text der ersten Single
"Scimmie".
Ob sich auf die Verkaufszahlen vorteilhaft auswirkt, darf bezweifelt
werden. Aber das wäre schade. Denn wenn man die CD nicht nach dem
ersten Hören als enttäuschend abhakt, sondern sie sich ein paar
Tage später ein zweites Mal anhört, kann es sein, daß der
Eindruck ein ganz anderer ist. So ging es mir, und ich bin mittlerweile
finde ich dieses Album richtig gut.
Textlich gesehen ist "Scimmie" übrigens ein Konzeptalbum. Masini unternimmt
dabei eine Reise in die Menschheitsgeschichte.
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Zucchero - BlueSugar
Wie jedes Mal bringt Zucchero auch von seinem neusten Album sowohl
eine englische als auch eine italienische Version auf den Markt. Selbstverständlich
ist für diese Seite nur die italienische Fassung interessant.
Ein typisches Zucchero-Album ist es wieder geworden: viele Balladen
und ein paar richtig fetzige Stücke. Zu den Balladen braucht man eigentlich
nicht viel zu schreiben. Im Grunde sind sie vom Stil her wie die meisten
seiner bekannten wie "Il volo" oder "Senza una donna". Aber die Melodien
sind neu und deshalb wirken sie frisch und machen das Ganze wirklich hörenswert.
Sehr gut ist z.B. "Puro amore": Es geht langsam los, hat aber
einen bombastischen Refrain, der ein bißchen an neuere amerikanische
Rockbands wie Pearl Jam erinnert. Neues Terrain betritt Zucchero auch mit
dem ersten Stück "You make me feel loved" (trotz des Titels italienisch),
der wie von Madonnas "Ray Of Light" geklaut klingt.
Ansonsten kann festgehalten werden: Wer die Single "Blu(e)" mag und
wer Zucchero sowieso immer mochte, wird auch an diesem Album seine Freude
haben.
Negativ anzumerken ist eigentlich nur "Donkey tonkey". Es ist einer
der funkig-aggressiven Songs, von denen auf jedem Zucchero- Album 1-3 zu
finden sind. Schwer vorstellbar, daß ein derartiges Lied die selben
Hörer ansprechen soll wie der Rest dieser CD.
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Biagio Antonacci - Mi fai stare bene
Hierzulande kennt wohl kaum jemand Biagio Antonacci. In Italien dagegen
ist er ein etablierter Musiker, der gerade sein sechstes Album herausgebracht
hat. Und obwohl auf "Mi fai stare bene" nicht die Pop-Musik neu erfunden
wurde und zudem fast alle 11 Stücke radiokompatibel sind, wirkt die
CD erfrischend neu und abwechslungsreich. Die Musik ist schwer zu beschreiben
bzw. mit anderen Musikern zu vergleichen. Zwar klingt der Titel "È
mattina" genau wie Vasco Rossi, aber das war's auch schon. Biagio Antonacci
ist kein Abklatsch anderer Interpreten; er schreibt inzwischen alle Lieder
selber und hat seinen eigenen Stil. Balladen, Lieder im mittleren Tempo
und rockigere Stücke wechseln sich ab. Dabei haben alle Titel eingängige
Melodien und bewirken am Ende des Albums ein enttäuschtes "Oh-schade-schon-vorbei-Gefühl".
Besonders ausdrucksstark sind vor allem Biagios Balladen wie "Non vendermi",
"Iris", "Il campione" und die zweite Singleauskopplung "Quanto tempo è
ancora", die man sich immer wieder anhören möchte. Völlig
unverständlich erscheint mir allerdings, daß "Mi fai stare bene"
als erste Single und als Albumtitel ausgewählt worden ist. Es
ist meiner Ansicht nach ein eher schwacher Song, der nicht gerade zum Kauf
dieser CD anregt. Wenn man also die erste Single kennt und enttäuscht
war, sollte man sich nicht abschrecken lassen.
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Luca Carboni - Carovana
Längst nicht so positiv wie sonst ist das neue Album von Luca
Carboni bei den Kritikern aufgenommen worden. Langweilig sei es, ein Abklatsch
der letzten beiden. Die Verkaufscharts in Italien sprechen eine andere
Sprache. Wie eigentlich jedes Album eines italienischen Topstars erreichte
auch „La Casa“ hier die Top 10. Sicherlich bleibt Luca Carboni seinem unverwechselbarem
Stil treu, und sicherlich war auch sein letztes Werk „Mondo“ ähnlich.
Aber muß man von einem Musiker erwarten, daß er sich ständig
verändert und experimentiert? Reicht es nicht auch aus, wenn auf dem
Album zehn neue typische Luca-Carboni-Songs zu finden sind, die allesamt
schön anzuhören sind? Diejenigen, die ihn bisher mochten, dürften
auf jeden Fall zufrieden sein. Auch mir gefällt das Album wirklich
gut. Aber dennoch würde ich hier nicht unbedingt eine Empfehlung aussprechen
wie: Unbedingt anhören. Andere könnten sich schnell gelangweilt
oder sogar genervt fühlen. Denn die neuen Titel sind bis auf zwei
Ausnahmen, die erste Single „Le ragazze“ und „La cravatta“ alle eher in
einem getragenen Tempo gehalten. Hinzu kommt, daß Luca Carbonis Stimme
oft träge und einschläfernd wirkt.
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Nek - In due
Das gerade erst in Deutschland bekannt gewordene Album "Lei, gli amici
e tutto il resto" (und die Single "Laura non c'è natürlich)
sind in Italien schon über ein Jahr alt, so daß es nur auf den
ersten Blick verwundert, daß es bereits eine neue CD herauskommt.
"In due" ist ein Beispiel für das Spekulieren vieler Interpreten
darauf, daß die potentiellen Käufer sich im Geschäft nur
die ersten Titel anhören. Es geht wirklich hervorragend los: Zunächst
der flotte Aufmacher, die neue Single "Se io non avessi te". Dann zwei
schöne typische Italo-Balladen gefolgt von einem typischen Nek-Song
"Se una regola c'è", der doch von der Art her sehr an "Laura non
c'è" erinnert. Mit "Ho in testa te" und "Giusto on no" folgen zwei
melodische in eher langsamen Tempo gehaltene Songs.
Doch mit Titel sieben kommt ein Bruch. Die nächsten Lieder sind
zwar allesamt nicht übel, bleiben aber wegen ihrer Belanglosigkeit
nicht unbedingt im Gedächtnis haften. Vielleicht ist dieser Eindruck
auch sehr subjektiv, denn der Stil bleibt gleich. Vielleicht ändere
ich meine Meinung auch noch. Schließlich fand ich "Se io non avessi
te" auch erst nach mehrmaligem Hören gut.Vielleicht waren mir 14 Titel
nur zu langweilig Andererseits ist das Album keineswegs eintönig:
sehr rockige Songs wechseln mit Balladen und Stücken im mittleren
Tempo. Ein Titel ist gar ein Blues, ein anderer instrumental.
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Federico Stragà - Federico Stragà
Beim diesjährigen Sanremo-Festival hatte Federico Stragà
seinen ersten großen Auftritt. Sein Titel "Siamo noi" kam jedoch
nicht unter die ersten drei und schaffte es leider auch nicht bis in die
Charts. Aber wie alle anderen bringt natürlich auch er ein Album auf
den Markt, so lange die Erinnerung noch frisch ist.
Nur neun Titel sind auf diesem Album, und nach den ersten fünf
davon war ich schon ein bißchen enttäuscht: langweiliger Gitarrenrock.
Diese Titel stammen alle aus der Feder eines Autoren, Daniele Fossati,
und das merkt man: "Qualcosa di me" ist ein langsames "Siamo noi", und
auf "La nostra storia" spielt im Gegensatz zu "Siamo noi" ein Saxophon.
Hört sich alles ganz nett an, reicht aber nicht, um den Kauf der CD
zu rechtfertigen.
Ab Titel 6 wird es allerdings erheblich besser, was vielleicht auch
an den nun wechselnden Songwritern liegt: "Lascia stare i cantanti" ist
ein flotter, mitreißender Pop-Song. Mit "La notte di San Lorenzo"
und "Rosa spina" folgen noch zwei hervorragende, völlig unterschiedliche
Balladen. Während die erste eher etwas ist, um einen ausklingenden
Sommertag zu genießen, ist "Rosa spina (Rosenstachel)" ein herrlich
trauriger Song über eine verlorene Liebe.
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Charlie Hill Music Kompany - Una maglia rossa col Che
Enrico Ruggeri - Domani è un altro giorno
Michele Zarrillo - L'amore vuole amore
Gianluca Grignani - La fabbrica di plastica
Modena City Ramblers - Riportando tutto a casa
Charlie Hill Music Kompany - Una maglia rossa col
Che
Das Internet bietet viele Möglichkeiten, neue Musikquellen zu
erschliessen. Bei der Suche danach geriet ich an die Charlie Hill Music
Kompany. Da mir die dort aufgeführten Titel sehr gut gefielen, wendete
ich mich per e-mail an die Gruppe. Der Sänger der Band Dario Canossi
war überrascht und begeistert über das Interesse aus Deutschland
und schickte mir die bisherigen zwei CDs zu. Zur Bezahlung wurde mir folgender
Vorschlag gemacht: "Wenn ich nach Deutschland komme, kannst Du mir ja so
viel deutsches Bier spendieren, bis ich umfalle."
Nun aber zur Musik: Zunächst einmal fällt es sehr schwer,
diese Musik einzuordnen. Nicht folkig genug, um sich Folk- Band zu nennen
und nicht rockig genug, um sich Rock-Band zu nennen. Die Charlie Hill Music
Kompany liegt irgendwo dazwischen, vergleichbar mit der in Italien sehr
beliebten Band Nomadi. Die Leider jedenfalls sind größtenteils
interessant und schön anzuhören. Besonders hervorzuheben ist
die Mischung aus dem Gesang von Dario Canossi und die in den meisten Titeln
zu hörende weibliche Hintergrundstimme von Alessandra Corbetta. Viel
Wert wird dabei auf originelle und teilweise anspruchsvolle Texte gelegt.
Die Gruppe hat bereits Nachwuchspreise gewonnen und sich in Live-Konzerten
(sogar in Russland) eine kleine Fangemeinde erspielt. Was allerdings auf
diesem Album fehlt, um aus der Insider-Band eine weiträumig
erfolgreichere Gruppe zu machen, ist der eine Hit oder besonders
gelungene Melodien, die dem ganzen etwas Besonderes geben.
Über den herkömmlichen Handel wird diese CD mit größter
Wahrscheinlichkeit nicht zu bekommen sein. Mehr Informationen zur Bestellung
gibt es entweder über mich oder auf der Homepage
der Gruppe.
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Enrico Ruggeri - Domani è un altro giorno
Mit Ohrring und Glatze meldet sich Enrico Ruggeri nach einer Plattenpause
zurück. Er meldet sich zurück mit einem - ja, da fällt es
schwer, das Album in eine Schublade zu stecken, denn es ist melodiös,
teilweise rockig, teilweise fröhlich, teilweise traurig. Auch ein
Tango ist darauf zu finden.
Enrico Ruggeri singt über Liebe, Menschlichkeit, aber auch über
die düsteren Seiten des Lebens. Dabei schafft er es, daß melancholische
Titel wie "...E Geppetto rimase di nuovo solo" und rockige, mitreißende
Lieder wie "Il mercato dell'usato" direkt aufeinander folgen und
das ganze trotzdem "rund" klingt.
Typisch für Enrico Ruggeri ist vor allem der langsame Beginn eines
Titels mit einer allmählichen Steigerung und bombastischem Refrain,
wie bei "Quando i vecchi si innamorano", "Il mio cuore grande" und
der ersten Single-Auskopplung "Neve al sole".
Als Expriment kann man wohl den Titel "La poesia" bezeichnen. Das Stück
beginnt als flottes, sehr altmodisches Tanzlied, bis gegen Ende des Stücks
völlig überraschend wilde Tecno-Beats einsetzen. Am Ende der CD gibt es übrigens noch ein starkes Duett mit Marco
Masini ("La gente di cuore").
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Michele Zarrillo - L'amore vuole amore
Fünfzehn Titel, die drei bekannten Single-Auskopplungen alle super
- da kann man sich doch mal die CD kaufen. Diese Schlußfolgerung
war ein Fehler. Fast alle Lieder sind langweilige Pop-Song, vorgetragen
von einer Stimme, die nach 15 Minuten anfängt zu nerven. Wenn Michele
Zarrillo in höhere Tonlagen wechselt, schreit oder besser ausgedrückt
kreischt er. Wenn die Lieder stark sind, dann ist das nicht weiter schlimm.
Um es vielleicht verständlicher zu machen: eingefleischte Michael
Bolton-Fans kommen voll auf ihre Kosten.
Die Titel sind mit ein oder zwei Ausnahmen allesamt nicht richtig schlecht,
aber es bleibt halt nichts hängen. Richtig stark sind, wie gesagt,
nur die Singles "L'amore vuole amore", "Ragazza d'argento" und "Una rosa
blu".
Vielleicht muß die CD auch noch ein zweites oder dritten Mal
hören, wozu ich bisher keine Lust hatte. Werde ich vielleicht demnächst
machen und dann an dieser Stelle meine Meinung eventuell revidieren.
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Eros Ramazzotti - Eros
Zu Eros Ramazzotti sind eigentlich nicht viele Erklärungen nötig.
Ihn kennt wohl jeder, der sich auf diese Seite verirrt hat. Sein Album
"Eros" ist so etwas Ähnliches wie eine "Best Of" Zusammenstellung.
Während einige Titel wie z.B. "Un altra te", "L'aurora" oder auch
"Più bella cosa" einfach nur unverändert übernommen wurden,
hat Eros eine ganze Reihe anderer Songs neu aufgenommen. Bekannt geworden
ist davon ja mittlerweile das Duett mit Tina Turner "Cose della vita".
Auch von seinem '88er Hit "Musica è" findet sich ein Duett auf diesem
Album, und zwar mit Andre Bocelli.
Die anderen neu aufgenommenen Stücke sind nicht so so sehr verändert,
daß sie völlig anders klingen, so daß man sich dieses
Album ruhig auch kaufen kann, wenn man nur mal viele bekannte Ramazzotti-Titel
auf einer CD haben will. Trotzdem lohnt sich auch für diejenigen,
die die alten Platten besitzen, der Kauf. Auf jeden Fall ist es sicher
nicht ganz unverdient, daß Eros Ramazzotti der erfolgreichste italienische
Musiker im Ausland ist.
Zwei ganz neue Titel sind übrigens auch noch drauf, von
denen hier in Deutschland bisher nur "Quanto amore sei" ausgekoppelt worden
ist. "Ancora un minuto di sole" könnte aber bald noch dran sein, wenn
das Duett mit Tina Turner aus den Charts verschwunden ist.
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883 - La dura legge del gol
Ein witzige Idee, die sich 883 (sprich: otto otto tre) ausgedacht haben:
Ein Album, das der Kindheit und der Jugend gewidmet ist. Sie singen von
der Unbekümmertheit, Frendschaft, von Fußball und Fußballbildern
und bedauern dabei ein bißchen, das diese Zeit vorbei ist. In dem
Titel "La regola dell'amico" geht es zum Beispiel um die Regeln von Freundschaft,
nach denen die Freundschaft sofort vorbei ist, wenn man sich je mit einer
Frau einläßt. Abgerundet wird das Ganze durch freie nummerierte
Stellen im Booklet, in die (zum Teil mitgelieferte) Klebebilder der Gruppe
eingeklebt werden können sowie durch einen am Rand der CD-Hülle
rumkullernden Mini-Ball in einem Mini-Fußballfeld.
Die Musik von 883 ist eine Art Computer-Pop. Nicht aber wie die typische
Dance-Musik heute, sondern eher Mitgröhlmusik wie damals bei uns die
Neue Deutsche Welle - tanzbare rhythmusorientierte Gute-Laune-Musik. Auch
die langsamen Stücke wie z:B. die dritte Single-Auskopplung "Nessun
rimpianto" wirken eher fröhlich. Die zwei oder drei schwächeren,
weil eher belanglosen, Lieder stören auch nicht weiter. Trotzdem muß
ganz klar gesagt werden, daß man dieses Album vielleicht nicht zu
oft und nicht in jeder Stimmung hören sollte, dann könnte es
schnell auf den Geist gehen.
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O.R.O. - 3
Wie kann es eigentlich angehen, daß man schon nach zwei regulären
Alben in den Jahren letzten beiden Jahren ein "Best Of" herausbringt? Na
gut, vier neue Titel sind drauf, davon ist einer komischerweise instrumental,
obwohl der Text abgedruckt ist.
Wer noch nichts von dieser Gruppe hat, sollte sich diese CD dennoch
sofort kaufen. Ich war nur enttäuscht, weil eine neue Platte erwartet
hatte.
Die Lieder sind fast alle irgendwie ähnlich, aber doch an keiner
Stelle langweilig. Es sind zumeist richtige Power-Balladen, die ruhig anfangen,
dann oft etwas schneller und lauter werden. Italienischer Soft-Rock wie
er besser eigentlich gar nicht sein könnte. Besonderen Pep gibt es
dadurch, daß sich die beiden Sänger Mauro Mengali und Valerio
Zelli in allen Lieder jeweils nach ein paar Zeilen ständig abwechseln.
Ein Titel ist zum Beispiel "Vivo per lei", der es mit einem etwas anderen Text,
aber der gleichen Melodie in der Cover-Version von Andrea Bocelli und Judy Weiß auch bei uns in Deutschland zu einem kleinen Hit gebracht
hat. Bei O.R.O. klingt dieser Titel vielleicht ein bißchen rockiger.
Aber wer dieses Lied kennt, kann sich in etwa vorstellen, wie die Musik
von O.R.O. (übrigens die Abkürzung für "Onde Radio Ovest")
klingt, denn er ist typisch für die Gruppe.
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Stadio - Dammi 5 minuti
Italienische CDs in Deutschland zu kaufen ist verdammt schwierig. Auch
wenn sie laut Angaben problemlos zu bestellen sein sollen, kommt es (wenn
sie überhaupt ankommen) zu Verzögerungen. Bei dieser hier war
es ganz anders. Obwohl dieses Album in Deutschland angeblich gar nicht
erschienen ist, hatte ich es innerhalb einer Woche.
Beim ersten Hören gab es dann aber auch gleich eine Enttäuschung:
ganz nett, aber nichts Besonderes. Doch schon beim nächsten Hören
ein paar Tage später war das Urteil positiver: wirklich nichts Besonderes,
kann man aber gut hören. Die Musik von Stadio ist typischer Radio-Rock;
sowohl Stimme als auch Musik sind eine Mischung aus Zucchero und Vasco
Rossi, was allerdings nicht weiter verwunderlich ist, hat letzerer doch
schon einige Titel für Stadio geschrieben. Die rauhe Stimme des Sängers
Gaetano Curreri gibt auch den Balladen eine gewisse Power.
Aus der Reihe fallen da zwei Stücke. Zum einen "The Same (quel
tuo solito vecchio gioco)" - ein soulig angehauchter Song. Und zum anderen
der Titel "Millenovecentonovantaniente", bei dem Angelo Branduardi mit
seiner legendären Violine mitwirkt.
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Gianluca Grignani - La fabbrica di plastica
"Was habe ich mir da denn für eine CD gekauft?" Das war meine
spontane Reaktion beim ersten Hören.
"Hey, das ist ja teilweise richtig gute Musik!" So der Kommentar nach
dem zweiten Hören.
Man sollte Gianluca Grignani also auf jeden Fall eine zweite Chance
geben, denn seine Musik ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Wahrscheinlich
sind seine beiden anderen, weitaus erfolgreicheren Alben (das Debut "Destinazione
paradiso" und "Il campo di popcorn" aus dem Jahr 1998) aber eher
zu empfehlen. Die Stärken dieses jungen Sängers, liegen nämlich
eindeutig in den langsameren, getragenen Stücken wie "Cu vuoi trovare
con me" und "Primo viaggio su marte" aus dem Debut-Album "Destinazione
Paradiso" und "Mi piacerebbe sapere" aus seinem '98-Werk "Il campo di popcorn.
Auf diesem Album knüpfen die Titel "La vetrina del negozio di
giocattoli", "L'allucinazione" und "Fanny" daran an. Ansonsten orientiert
sich Gianluca Grignani stark an modernen Rock-Bands wie Pearl Jam und spielt
seine Vorliebe für härtere, teilweise schräge Melodien aus.
Nach dem Beginn mit zwei ganz netten, aber eher belanglosen Rock-Titeln
("La fabbrica di plastica" und "Famoso di Gesu") steigert sich dieses Album
langsam und hat in der Mitte von Titel 6-8 den absoluten Höhepunkt,
bis bei den letzten beiden Liedern wieder das schwache Niveaus des Anfangs
erreicht ist.
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Massimo Di Cataldo - Anime
Sanfte Pop-Musik mit vielen wunderbaren Balladen, wie dem '96er Sanremo-Titel
"Se adesso te ne vai" oder "Un giorno vedrai" - wer solche Musik mag, liegt
hiermit genau richtig. Es finden sich jedoch nicht nur langsame Stücke
auf dem Album. Es fällt allerdings auf, daß bis auf zwei Ausnahmen
auch die etwas schnelleren Lieder eher entspannt wirken, was sicher auch
an der angenehmen Stimme von Massimo Di Cataldo liegt. Sie ist sehr deutlich
und dabei relativ hoch, aber nicht kreischend.
Die Texte handeln zwar fast nur von Liebe und sind oft sehr schwülstig
("Wir sind nur Seelen, die verzweifelt im Ozean herumirren", aus Anime).
Aber andererseits passen diese Texte wie z.B. auch "Wenn du jetzt gehst,
bricht die Welt für mich zusammen"(Se adesso te ne vai) perfekt zu
der jeweiligen Melodie.
Der Titelsong befindet sich übrigens gleich zweimal auf dieser
CD. Und zwar wird er einmal gemeinsam mit Youssou N'Dour gesungen. Eine
Ballade, die dadurch einen sensationellen afrikanischen Touch erhält.
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Modena City Ramblers - Riportando tutto a casa
Die italienische Musik-Szene ist vielfältiger als man hierzulande
vermutet, wenn man nur Eros Ramazzotti, Zucchero und Nek kennt. Modena
City Ramblers - das ist Folk-Musik mit italienischen Texten, die sich vor
den irischen Vorbildern nicht zu verstecken braucht. In ihrem ersten Album
aus dem Jahr 1994 finden sich vor allem heitere, schnelle Lieder, die zeigen,
warum sie oft als "italienische Pogues" bezeichnet werden.
Dennoch ist dieses Album sehr vielfältig. Der oberflächliche
Eindruck einer Band, die einfach nur fröhliche Sauf-Lieder spielt,
täuscht. So sind viele Texte tiefgründig und haben einen sozialkritischen
Hintergrund. Einige Lieder handeln etwa vom politischen Widerstand (z.B.
Partisanen im zweiten Weltkrieg in "Bella ciao"). Doch auch unbeschwerte
Titel fehlen nicht: "Tant par tachèr" ist ein aus dem gallischen
in den Dialekt der Region Modena übersetzes Lied, das zum Tanzen anregen
soll. In diesen Dialekt übertragen wurde auch "The Great Song Of Indifference"
von Bob Geldof. Der irisische Rocksänger hat übrigens selber
an diesem Album mitgesungen, und zwar bei dem für diesen Zweck geschriebenen
englisch- italiensichen "Duett" "Il bicchiere dell'addio".
Schade, daß dieses Album in Deutschland nicht erhältlich
ist. Denn es ist absolut empfehlenswert.
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